11 Tipps für eine erfolgreiche Abschlussarbeit

11 Tipps für eine erfolgreiche Abschlussarbeit

Egal ob Bachelor- oder Masterarbeit, Magister- oder sogar die Doktorarbeit (Dissertation) - für alle wissenschaftlichen Arbeiten gelten die gleichen Regeln und Formalitäten. Das Verfassen einer Abschlussarbeit erstreckt sich über mehrere Monate, im Falle der Dissertation sogar über Jahre, wird aber im Studium wenig thematisiert. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um das Schreiben, sondern viele andere Faktoren und Arbeitsphasen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie Sie Ihre Abschlussarbeit mit Erfolg meistern, erklären wir Ihnen in den nachfolgenden Schritten:

1. Das richtige Thema wählen

Ein geeignetes Thema ist nicht immer schnell gefunden! Die Wahl fällt den meisten alles andere als leicht und stellt sich oftmals als größte Hürde heraus. Doch nur mit einem klug gewählten Thema können Sie mit Motivation und Neugier Ihre Abschlussarbeit beginnen.

Deshalb lautet die oberste Regel: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Suche nach einem Thema! Setzen Sie sich ruhig ein paar Tage mit möglichen Themen oder einer Idee auseinander und erkundigen sich, ob es dazu genügend Literatur gibt. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Ihre Themenfindung länger dauert als gedacht. Die investierte Zeit wird sich später auszahlen! Einen weiteren wichtigen Faktor bei der Suche nach einem Thema sollten Sie nicht vergessen: Ihre eigenen Interessen. Eine Abschlussarbeit zu schreiben, wenn Ihnen das Thema nicht zusagt, wird schnell zur Tortur. Interesse am Thema hingegen wird Ihre Produktivität vorantreiben. Lassen Sie sich bei der Suche nach einem Thema also von Ihren Interessen leiten! Man muss das Thema einerseits spannend genug finden, um sich die nächsten Wochen und Monate (bei Doktorarbeiten sogar Jahre) damit beschäftigen zu können. Andererseits sollte es nicht so exotisch oder spezifisch sein, dass es dazu kaum Literatur gibt. Aber Vorsicht: Wer mit sehr viel Elan und Interesse an der Arbeit schreibt, sollte darauf achten, die wissenschaftliche Distanz zu wahren und sich nicht emotional zu involvieren.

Anmerkung:

Viele Universitäten bieten mittlerweile Seminare und Workshops zur Vorbereitung und zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit an.

Das Thema ist mehr als der Titel einer Abschlussarbeit. Zum Thema gehören auch die Hypothesen, die diskutiert und untersucht werden sollen. Erstellen Sie also schon bei der Themensuche eine grobe Gliederung und Kapiteleinteilung, damit Sie Ihr Thema später inhaltlich gut ausbauen können. Je genauer Ihr Thema definiert ist, desto leichter fällt Ihnen das Schreiben.

Um die Themenfindung zu erleichtern, können Sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Für welche Themen interessiere ich mich persönlich?
  • Welche Themen haben mich im Studium besonders angesprochen? Gibt es Fragen zu Studieninhalten, denen ich schon lange nachgehen will?
  • Gibt es Vorgaben der Hochschule oder meines Betreuers, an die ich mich bei der Themenwahl halten muss?
  • Habe ich während Praktika oder Praxisphasen Erfahrungen gemacht, die sich als Thema eignen?
  • Gibt es zu meinem Wunsch-Thema genügend Literatur?
  • Verfüge ich über die notwendigen Grundlagen, um ein bestimmtes Thema zu bearbeiten? Oder muss ich noch bestimmte Voraussetzungen schaffen?
  • Ist das Thema zu breit angelegt? Oder gibt es, im Gegenteil, nicht genug her?
  • Wie lässt sich das Thema präzisieren oder eingrenzen?

Ein weiterer nützlicher Tipp:

Formatvorlagen können beim Schreiben von großem Nutzen sein! Sie bedeuten Zeitersparnis und lassen Ihr Dokument gut strukturiert aussehen. Außerdem erleichtern die vorgefertigten Überschriften und Co. das Schreiben.

2. Die Gliederung erstellen

Ist das Thema endlich gefunden, sollten Sie sich eine grobe Übersicht anlegen und die Struktur Ihrer Abschlussarbeit bestimmen. Einleitung, Theorieteil, Analyseteil, Fazit - achten Sie auf eine inhaltlich logische Reihenfolge und eine übersichtliche Kapitelgliederung. Ein roter Faden sollte den Leser durch Ihre Arbeit leiten.

Hinzu kommen auch die ersten Formalitäten wie die Wahl der passenden Literaturverwaltung. Speichern Sie Ihre Quellen von Anfang an geordnet ab. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass Sie mir Ihrem Textverarbeitungsprogramm vertraut sind.

3. Einen guten Betreuer finden

An den meisten Hochschulen können Sie Ihren Betreuer für die Abschlussarbeit frei wählen. Suchen Sie sich einen Dozenten, der Ihr Wunschthema unterstützt oder sich von Ihnen dafür begeistern lässt! Den Dozenten schon aus Vorlesungen oder anderen Veranstaltungen zu kennen ist ein Vorteil, aber kein Muss! Auch für Sie völlig fremde Personen können gute Betreuer sein - wichtig ist nur, dass sich dieser Zeit für Sie nimmt und all Ihre Fragen klären kann. Ein Betreuer steht Ihnen auf dem Weg Ihrer Abschlussarbeit mit Ratschlägen, Literaturempfehlungen und motivierenden Worten zur Seite. Auch wird zusammen das Thema festgelegt und eventuell noch abgeändert. Als Erstkorrektor Ihrer abgegebenen Arbeit sollte der Betreuer möglichst gut mit dem Thema vertraut sein. Deshalb ist es ratsam, die Kapitelgliederung und Entwürfe regelmäßig mit ihm zu besprechen. Betreuer haben die Pflicht, Ihre Unterlagen sorgfältig und kritisch zu prüfen und Ihnen zeitnah ein Feedback zu geben.

4. Die Zeit sinnvoll planen

Zeit ist nicht knapp, sondern oft nur ungünstig eingeteilt. Wenn Sie aber sinnvoll planen und den Überblick behalten, steht einem guten Timing nichts mehr im Wege. Jede einzelne Phase nimmt viel Zeit in Anspruch - nicht nur das Schreiben, sondern auch das “Drumherum”: Themenwahl, Betreuersuche, Gliederung, Arbeitsplatz, Literaturrecherche… Planen Sie für jede dieser Phasen genügend Zeit ein! Die Betreuersuche könnte schon nebenbei erfolgen oder im Anschluss an die Themenfindung geschehen. Denken Sie daran, dass Ihre Kommilitonen ebenfalls einen Betreuer suchen. Und auch bei der Literatursuche sollten Sie früh genug Ihre Bücher bei der Fernleihe bestellen oder notfalls auf Alternativen zur Ausleihe umsteigen.

5. Die geeignete Literatur beschaffen

Bereits während der Themenfindung haben Sie viel Zeit in die Literaturrecherche investiert. Nun können Sie sich einer sorgfältigen Materialsammlung und -sichtung widmen und sich eingehend mit dem Thema beschäftigen. Es gibt viele Wege, an geeignete Literatur zu gelangen - zum Beispiel in Bibliotheken oder fachspezifischen Datenbanken. Auch Aktuelle Fachzeitschriften, das Internet und Buchhandlungen bieten eine große Auswahl an Fachtexten, Definitionen, Interviews und vielem mehr.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Fachliteratur bedeutet nicht nur, Inhaltsverzeichnisse zu scannen und Bücher durchzublättern, sondern auch relevante Kapitel komplett zu lesen. Dies ist zwar zeitaufwändig, jedoch findet man dabei auch häufig Ideen und Anregungen zu weiterer Literatur und inhaltlichen Aspekten. Neugierde ist bei der Literaturrecherche von Vorteil! Sie sollten offen für Neues sein, alles kritisch hinterfragen und sich Notizen machen, wo immer Sie sind - ob unterwegs, beim Kochen oder abends im Bett - die besten Ideen kommen meist ganz plötzlich!

6. Das Arbeitsumfeld gestalten

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, widmen Sie sich der Vorbereitung Ihres Arbeitsplatzes. In einer angenehmen Atmosphäre schreibt es sich viel besser! Richten Sie Ihren Schreibtisch so her, dass keine Ablenkung möglich ist und Sie sich wohl fühlen.

7. Mit dem Schreiben beginnen

Die Einleitung steht zwar am Anfang Ihrer wissenschaftlichen Arbeit, aber nicht zwangsläufig am Anfang Ihres Schreibprozesses. Wenn Sie also Schwierigkeiten haben, einen Einstieg zu finden, schreiben Sie ruhig die leichtesten Abschnitte zuerst. Man muss nicht immer mit dem ersten Kapitel beginnen. Unser Tipp: Einfach drauflos schreiben! Am Anfang müssen Sie noch nicht auf Grammatik oder Satzbau achten, wichtig ist erstmal nur der Inhalt. Wenn Sie einen Schreibfluss haben, halten Sie sich nicht mit Fachwörtern oder Kommasetzung auf. Die “Verschönerung” kommt später. Haben Sie erst einmal genug Rohmasse, kann diese später überarbeitet werden.

Nicht vergessen:

Datei regelmäßig zwischenspeichern! Dabei auch verschiedene Datenträger wie USB-Stick oder externe Festplatte verwenden.

8. Die Seiten füllen

Sind die ersten Zeilen geschrieben, wird Ihnen das weitere “Seitenfüllen” viel leichter fallen. Wichtig ist, dass sie kontinuierlich schreiben - am besten jeden Tag ein paar Zeilen. Das erhöht die Produktivität, weil man nicht den Faden verliert. Sie können auch täglich das bereits Erarbeitete lesen, damit Sie im Thema bleiben und somit in einer produktiven Phase der Einstieg in die Arbeit nicht so schwer fällt.

Was den Inhalt betrifft: Wissenschaftliches Schreiben ist nicht nur die Beschreibung von Sachverhalten, sondern die Untersuchung und Überprüfung einer Fragestellung. Wissenschaft hat ein Ziel: Erkenntnisgewinn. Deshalb ist es notwendig, dass Sie nicht nur Literatur zitieren und Inhalt reproduzieren, sondern auch Eigenleistung erbringen. Die Reproduktion von Wissen macht bei einer wissenschaftlichen Arbeit nur Sinn, wenn Sie von einer kritischen Fragestellung und der Analyse des Gelesenen getragen wird.

9. Die Rohfassung überarbeiten

Nach wochenlanger harter Arbeit ist sie endlich fertig - Ihre Rohfassung! Inhalt und Länge der Abschlussarbeit stimmen, nur die Formalitäten müssen jetzt noch berücksichtigt werden. Gehen Sie zunächst die einzelnen Kapitel inhaltlich mehrmals durch - aber nur so lange Sie Lust haben und konzentriert bei der Sache sind. Bevor Sie zu lange an einer Sache grübeln, können Sie ruhig ein paar Nächte darüber schlafen, um danach mit einem neuen “frischen” Blick darauf zu schauen.

Achten Sie bei der weiteren Überarbeitung auf den wissenschaftlichen Stil! Entfernen Sie umgangssprachliche Wörter und Redewendungen, ersetzen Sie bildliche Sprache durch explizite Aussagen und verwenden Sie wertneutrale Ausdrücke. Pronomen wie “ich” oder “wir” sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Die wichtigsten Aussagen sollten in Haupt- und nicht in Nebensätzen stehen - zentrale Aussagen können Sie hervorheben und vor allem “Eigenes” ins rechte Licht rücken. Einleitung und Schluss sollten aneinander anlehnen, um einen inhaltlichen Rahmen um die ganze Arbeit zu bilden. Erklären Sie den Lesern Ihr Vorgehen und den Zweck Ihrer Arbeit und nutzen Sie den roten Faden Ihrer Gliederung, um den Leser zu führen.

Auch Formalien wie Fußnoten, Literaturverzeichnis, Zeilenabstand und Schriftgröße dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Lassen Sie genug Absätze - aber nur da, wo sie inhaltlich sinnvoll erscheinen! Zu viele Absätze lassen einen Text abgehackt wirken und stören den Lesefluss.

10. Die Endfassung Korrektur lesen (lassen)

Ihre eigens überarbeitete Endfassung sollten Sie nun Korrektur lesen lassen. Wählen Sie dafür 2- 3 zuverlässige und ehrliche Personen aus Ihrem Familien- oder Freundeskreis aus. Sie können auch ein wissenschaftliches Lektorat beauftragen, das eine fachmännische und schnelle Überprüfung bietet.

Geben Sie Ihren Korrekturlesern früh genug Bescheid, damit diese ausreichend Zeit einplanen können. Der erste Lektor - dies kann ein Freund, Kommilitone oder Fachverständiger sein - sollte die Arbeit inhaltlich durchgehen und weder Ihnen noch Ihrem Fach fremd sein. Der zweite Leser - dies kann Ihre Mutter, Ihr Bruder oder auch ein Germanist sein - sollte das Werk danach auf Rechtschreibfehler überprüfen. Für diesen zweiten Leser ist das fachliche Verständnis Ihrer Arbeit nicht notwendig, er sollte aber Ahnung von der Rechtschreibung haben und sehr gewissenhaft sein.

11. Das Meisterstück abgeben

Die Belohnung Ihrer mühsamen Arbeit: die fertige Abschlussarbeit auf Papier bringen! Lassen Sie Ihr Werk ausdrucken und binden, oder machen Sie dies von zu Hause aus. Halten Sie stets ausreichend Ersatzmaterialien wie Papier, Druckerpatronen und Briefumschläge bereit, damit Sie nicht in der Nacht vor der Abgabe der Arbeit merken, dass Ihr Drucker keine Tinte mehr hat. Für den Fall technischer Probleme sollten Sie stets einen 'Plan B' bereit halten - Ihr Nachbar hilft Ihnen bestimmt gerne weiter, wenn Ihr PC oder Drucker im entscheidenden Moment nicht funktioniert.

Wir wünschen wir Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen für Ihre Abschlussarbeit!