Nach dem Studium - Tipps für den optimalen Einstieg ins Berufsleben

Nach dem Studium - Tipps für den optimalen Einstieg ins Berufsleben

Ihr Studium - ob Bachelor, Master oder sogar mit Promotion - ist abgeschlossen und vor Ihnen liegt ein endloses Meer an Möglichkeiten. Der Arbeitsmarkt ist groß und die Messlatten liegen hoch - Ihre Ansprüche und Vorstellungen aber auch! Der erste Schritt in die berufliche Zukunft beginnt mit etlichen Überlegungen, Bewerbungen und leider auch Absagen. Deshalb ist es wichtig, nicht den Mut zu verlieren und Geduld zu bewahren! Wir geben Ihnen wertvolle Tipps für den optimalen Einstieg ins Berufsleben und damit in eine erfolgreiche Zukunft.

Persönliche Vorbereitung

Die einen sehen dem Berufseinstieg positiv entgegen, schließlich gibt es heute viel mehr Möglichkeiten und Optionen als jemals zuvor. Andere bangen und haben Angst, keinen Job zu bekommen. Der Konkurrenzkampf ist enorm gewachsen und Jobeinsteiger sind heute mehr denn je darauf angewiesen, sich optimal zu präsentieren. Umso wichtiger ist eine gewissenhafte Vorbereitung!

Die Suche nach dem passenden Job beginnt nicht mit dem Analysieren unzähliger Stellenanzeigen - sondern bei Ihnen selber. Kennen Sie Ihre eigenen Interessen? Wissen Sie, wo Ihre Stärken und Vorlieben liegen? Bevor Sie sich auf die Jobsuche begeben, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie wirklich wollen. B Aber Vorsicht: Wer zu hohe Ansprüche hat und unbedingt den Traumjob finden will, muss mit Enttäuschung und Ernüchterung rechnen. Gehen Sie die Sache realistisch an! Wer sich für die erste Arbeitsstelle bewirbt, sollte vor allem Geduld mitbringen. Beim Berufseinstieg läuft nicht immer alles nach Plan und vielleicht landen Sie zuerst in einem Job, der nicht unbedingt Ihren Vorstellungen entspricht. Aber das ist nicht schlimm! Mit ein wenig Praxiserfahrung ist es schon wesentlich einfacher, sich nach einem neuen Job umzusehen - ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Bereichen ist sogar empfehlenswert! So lernt man viele Teilgebiete kennen und wird noch interessanter für potentielle Arbeitgeber.

Fachliche Kompetenzen und Netzwerke aufbauen

Der Einstieg ins Berufsleben sollte nicht erst nach Abschluss des Studiums beginnen, sondern schon währenddessen angestrebt werden. Verschiedene Faktoren spielen hier eine wichtige Rolle. Zum einem können absolvierte Praktika während des Studiums sehr von Vorteil sein, da man dort bereits verschiedene Berufsfelder sowie die eigenen Fähigkeiten besser kennenlernt. Neben dieser Orientierungsfunktion haben Praktika auch eine gewisse “Kontaktfunktion”. Durch die Praxiserfahrung erwerben Sie Qualifikationen, die Sie für andere Arbeitgeber attraktiv machen. Oft haben Sie auch durch die im Praktikum geknüpften Kontakte die Chance, nach dem Studium vom Unternehmen übernommen zu werden. Natürlich nur, wenn Sie als Praktikant positiv aufgefallen sind!

Auch lohnt es sich, während des Studiums eine Nebentätigkeit als Werkstudent aufzunehmen. So können Sie ebenfalls Praxiserfahrung sammeln und sich in den Unternehmen präsentieren. Mit etwas Glück kommen diese bei ihrer Jobsuche nach dem Studium auf Sie zurück!

Eine letzte Gelegenheit, während des Studiums einen Fuß ins Berufsleben zu setzen, ist eine Abschlussarbeit im Unternehmen. So können Sie nicht nur Ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse mit der Praxis verknüpfen, sondern erhalten auch Einblick in Struktur und Abläufe eines Unternehmens sowie die Möglichkeit, Kontakte aufzubauen.

Stellensuche

Es gibt viele Wege, um nach dem Hochschulabschluss an einen Job zu kommen. Einem Drittel der Absolventen gelingt der Berufseinstieg durch Stellenangebote der Unternehmen; etwa 40 Prozent finden einen Job über Kontakte, die sie während Praktika, Nebenjobs oder ihrer Abschlussarbeit geknüpft haben. Dies macht nochmal deutlich, wie wichtig berufliche Kontakte sind.

Wo sie Stellenangebote finden:

  • Jobbörsen im Internet
  • Stellenanzeigen in der Zeitung
  • Career Center an den Hochschulen
  • soziale Netzwerke
  • Arbeitsagentur
  • Jobmessen
  • Alumni-Netzwerke

»Alumni-Netzwerke«

Alumni-Netzwerke sind Zusammenschlüsse von Studenten und ehemaligen Absolventen. Ziel ist ein fachlicher Austausch sowie das Aufrechterhalten von Kontakten. Da die meisten Absolventen schon beruflich Fuß gefasst haben, sind auch Unternehmen auf diesen Plattformen unterwegs. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, Kontakt mit potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen und von Erfahrungsberichten der ehemaligen Studenten zu profitieren.

Viele Absolventen suchen nur nach Stellen, die exakt zu ihren Studieninhalten passen. Jedoch sollte man offen für Neues sein und auch angrenzende Fachgebiete in Betracht ziehen. Wer Stellenanzeigen aufmerksam liest, wird feststellen, dass Unternehmen nicht unbedingt einen bestimmten Studienabschluss voraussetzen. Den meisten Arbeitgebern ist es wichtiger, dass Sie bestimmte Kompetenzen mitbringen und Ihre Persönlichkeit sowohl ins Berufsbild als auch ins Team passt. Vermeiden Sie es aber, Ihre Bewerbung vollständig den Stellenanforderungen anzupassen. Bewerber wollen sich immer ins rechte Licht rücken und machen deshalb häufig überzogene oder gar falsche Angaben. Seien Sie lieber ehrlich, das macht Sie viel sympathischer!

Zukunftsaussichten

Die Berufseinstiegschancen von Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sind tendenziell gut, hängen aber von der Studienrichtung ab. Momentan haben Geistes- und Sozialwissenschaftler bei der Jobsuche nach dem Studium oft größere Probleme als Absolventen technischer Studiengänge. Das heißt jedoch nicht, dass alle Geisteswissenschaftler auf der Straße sitzen; viele müssen einfach mehr Zeit für den Berufseinstieg einplanen. Und nicht umsonst ist die Absolventenzahl in diesem Fachgebiet in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Akademiker sind eben immer noch gefragt! Fest steht, dass mittel- und langfristig alle Hochschulabsolventen einen Job finden. Mann muss sich jedoch auf eine Wartezeit von bis zu zwölf Monaten einstellen. Deshalb gilt umso mehr: Geduld und Durchhaltevermögen mitbringen!

Dass es die Geisteswissenschaftler momentan so schwer auf dem Arbeitsmarkt haben, war nicht immer so. Historisch betrachtet traf es fast jeden Bereich schon einmal: In den 90er Jahren sahen sich zuerst die Elektrotechniker, später dann die Bauingenieure mit Problemen beim Berufseinstieg konfrontiert. Darauf folgten die Wirtschaftswissenschaftler und heute sind es eben die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die es bei der Jobsuche schwerer haben.

Alternativen zum direkten Berufseinstieg

Möglichkeiten

Wer nicht direkt nach dem Studium den Berufseinsteig wagen will kann sich - je nach Studienrichtung - für ein Trainee-Programm oder Volontariat entscheiden.

Trainee-Programme werden oft im betriebswirtschaftlichen Bereich angeboten und sind sehr beliebt bei Wirtschaftsingenieuren. Das 18- bis 24-monatige Programm ist eine breit gefächerte Ausbildung, in der ein Trainee verschiedene Bereiche durchläuft, um die gesamte Struktur des Unternehmens kennen zu lernen. Ziel ist es, die jungen Arbeitnehmer auf eine Position im Führungsbereich vorzubereiten. Die Gehälter unterscheiden sich nur gering von den Einstiegsgehältern der Absolventen, die mit einer Festanstellung starten. Trainee-Programme sind sehr gefragt, der Konkurrenzkampf ist demnach sehr groß. Wer sich also für diese Option entscheidet, sollte sich gegen die unzähligen anderen Bewerber durchsetzen können. Ein Volontariat richtet sich eher an Leute mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss und wird hauptsächlich im Medienbereich, also Zeitung, Radio und PR-Branche, angeboten. Deshalb wird es häufig auch “journalistische Ausbildung” genannt. Die Teilnehmer sollen einen Überblick über den jeweiligen Beruf - wie z.B. den des Journalisten - erhalten und die für diesen Beruf nötigen Qualifikationen vertiefen. Die Vergütung während eines Volontariats ist mit 1.000 bis 1.500 brutto im Monat nicht hoch. Bewerber sollten Freude am Schreiben und Recherchieren mitbringen, Vorerfahrung durch Praktika wird vorausgesetzt.

Studienabschluss und Krankenversicherung

Mit der Exmatrikulation an der Hochschule endet Ihre bisherige Krankenversicherung - egal ob Sie über Ihre Eltern familienversichert oder in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind. Auch wer während des Studiums in eine private Krankenversicherung für Studenten gewechselt hat, muss nun eine neue Versicherungspolice abschließen. Unser Ratgeber gibt Ihnen Auskunft über die verschiedenen Versicherungsoptionen nach dem Studium. Dort erfahren Sie auch, inwiefern Ihre Krankenversicherung von der Art Ihrer Beschäftigung - wie zum Beispiel Anstellung oder Selbstständigkeit - abhängig ist.