Das Bewerbungsvideo - der neue Trend auf dem Arbeitsmarkt?

Das Bewerbungsvideo - der neue Trend auf dem Arbeitsmarkt?

Mehr Mut zur Selbstpräsentation! Keine Lust, auf die 0815-Bewerbung, die wie alle anderen 400 Mitbewerbungen aussieht? Dann könnte für Sie ein Bewerbungsvideo in Frage kommen. Denn wie es scheint, werden die Videos zum neuen Trend auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben Angst mit Ihrem Lebenslauf oder Anschreiben nicht zu überzeugen? Dann kann das Video helfen mit Persönlichkeit zu punkten. Nicht nur für Bewerber, sondern auch für Unternehmen ist die Videopräsenz eine Schnittstelle zu mehr Transparenz.

Vorweg muss gesagt werden, dass das Video die Bewerbung nicht ersetzt, zumindest jetzt noch nicht. Es dient lediglich als Ergänzung. Ein aussagekräftiges Anschreiben sowie Lebenslauf sind in den meisten Fällen immer noch Pflicht. Der Inhalt eines Videos kann Ihren bisherigen Werdegang unterhaltsam darstellen oder aber auch neue Seiten an Ihnen aufzeigen. In Deutschland ist das Bewerbungsvideo Neuland, während es in den USA zum normalen Rekrutierungsprozess gehört.

Persönlichkeit ist alles

Das Hauptziel jedes Personalers ist neben der Qualifikation die Persönlichkeit des Bewerbers zu entdecken. Ein Video, in dem es genau darum geht, kann dabei eine tolle Hilfe sein. Zwei Minuten hat fast jeder übrig. In dem Video kann der Bewerber dem Unternehmen seine Motivation vermitteln und sich für die Stelle interessant machen. Ist Ihr Auftritt gelungen, können Sie dem potenziellen Arbeitgeber zeigen, dass Sie selbstbewusst und kommunikationsstark sind und eine positive Körpersprache haben. Nichts zählt mehr als der erste Eindruck. Wenn Sie genau hier punkten, stechen sie aus der Masse heraus. Aber wie genau geht man am besten vor und wann lohnt es sich, ein Video zu produzieren?

Viele Vorteile

Bewerbungsvideos werden immer beliebter - vor allem in der Medienbranche und den kreativen Bereichen wie Marketing oder PR. In diesen Branchen können Sie mit Ihrem Video direkt Ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, es praktisch wie eine Arbeitsprobe einsetzen. Der Bewerber zeigt, dass er in der Lage ist, mit Medien umzugehen. Die eher konventionellen Branchen wie Finanzen, Versicherungen oder Handel dagegen bevorzugen oft Telefoninterviews und achten eher auf die schriftliche Bewerbung. Wer sich unsicher ist, ob ein Bewerbungsvideo anerkannt wird, kann vorab beim jeweiligen Unternehmen nachfragen. Ein weiteres Plus: Man hat einen ersten Kontakt zum Unternehmen hergestellt. Darüber hinaus ist es legitim die Frage zu stellen. Schließlich bekommt man selten zu lesen „Wir nehmen Abstand von Videos in Ihrer Bewerbung“.

Selbst aktiv werden

Der Aufwand, um ein Video produzieren und zu schneiden, wird gerne unterschätzt. Eilig unscharf gedrehte Clips in der Küche gehen schnell nach hinten los. Entweder wird man selbst zum Produzenten oder man lässt ein professionelles Video machen, denn eine gewisse Qualität sollte es haben. Die Kosten liegen bei ca. 300 Euro aufwärts. Leider gibt es kaum Videos zum Vergleichen, da die im Studio gedrehten Produktionen oft nicht im Internet zu sehen sind. Man will der Konkurrenz natürlich auch keinen Gefallen tun. Am Ende gewinnt aber ohnehin die Individualität des jeweiligen Videos.

Vom Drehbuch bis zum Versand

Checkliste für das Bewerbungsvideo

  • Gute Video- oder Digital-Kamera verwenden
  • Schreiben Sie Ihr eigenes Drehbuch, was möchten Sie vermitteln?
  • Übung macht den Meister - vor dem Spiegel oder durch Testvideos
  • Lichtverhältnisse beachten
  • Dezenter Hintergrund, Sie sind der Fokus
  • In die Kamera blicken!
  • Achten Sie auf gute Tonqualität.
  • Frei vortragen, nicht ablesen!
  • Zeigen Sie Ihre Persönlichkeit.
  • Maximale Länge: zwei Minuten

Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie sagen und vermitteln möchten. Der aufgeschriebene Text sollte wie beim Schauspielern so lange geübt werden, bis er sitzt. Vermeiden Sie zu viele „oohs“ und „ähms“. Sprechen Sie fließend in kurzen Sätzen. Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Aufrecht stehen, Brust raus, und nicht zu steif aber auch nicht zu locker wirken. Natürlich immer schön lächeln, aber das authentisch. Kleine Pausen nicht vergessen, damit der Gegenüber Ihnen auch folgen kann.

Passen Sie Ihren Dresscode an. Wer sich bei einer Sportfirma bewirbt, kann Turnschuhe tragen - wer sich als Pressesprecher bewirbt, sollte sich etwas seriöser kleiden. Den Drehort kann man ebenfalls je nach Tätigkeitsgebiet anpassen. Für die Bewerbung als Pressesprecher eignet sich ein schlichter Hintergrund, aber als Sportler ist ein Outdoor-Dreh auch keine schlechte Idee. Nachdem die Aufzeichnung zu Ende ist, lohnt es sich oft eine zweite oder dritte Meinung von Freunden und Familie einzuholen. Das Video sollte immer an die üblichen Bewerbungsunterlagen angehängt werden. Vergessen Sie nicht das Video zu komprimieren oder - wenn es zu groß ist - auf eine Videoplattformen hochzuladen und dem Personaler via Link zur Verfügung zu stellen.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Videobewerbung fest im Rekrutierungsprozess etablieren wird. Aber eins steht jetzt schon fest: Wenn es die Branche erlaubt, ist ein Video definitiv einzigartig, kreativ und originell. Und das Unternehmen wird sehen, welche Mühe Sie sich damit gemacht haben.