Jobben im Studium - Hilfreiche Tipps auf einen Blick

Jobben im Studium - Hilfreiche Tipps auf einen Blick

Miete, Semesterbeitrag, Lebensmittel, Kleidung, Studienunterlagen … Die Liste der monatlichen Ausgaben eines Studenten ist lang. Kein Wunder also, dass knapp zwei Drittel aller Studierenden nebenbei arbeiten gehen. Vor allem während des Masters sind Studentenjobs sehr beliebt. Doch auf welche rechtlichen Fallstricke muss man achten?

Am besten eignen sich Aushilfstätigkeiten in einem Betrieb, der Gastronomie oder im Büro, um das monatliche Budget aufzustocken. Viele Studenten jobben auch, um praktische Erfahrungen zu sammeln und erste Kontakte in die Berufswelt zu knüpfen. Doch für das Arbeiten während des Studiums gibt es viele Regelungen und Einschränkungen, die beachtet werden sollten. Wann muss man Steuern und Sozialabgaben zahlen? Wie viel darf man arbeiten, wie viel verdienen? Und wie kommt man überhaupt an einen Nebenjob heran? Antworten auf diese und weitere Fragen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Arten von Arbeitsverhältnissen

Studentenjobs gibt es in den verschiedensten Varianten, die sich im Zeitumfang, dem Einkommen und den finanziellen Abgaben unterscheiden. Die drei folgenden Modelle sind die gängigsten Beschäftigungsverhältnisse für Studenten:

  • Bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, auch Minijob genannt, darf das monatliche Einkommen 450 Euro nicht überschreiten. Studenten müssen hier weder Steuern noch Sozialabgaben zahlen und können sich von der Rentenversicherung befreien lassen. Aber beachten Sie: Wer durch Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld auf über 450 Euro im Monat kommt, gilt nicht mehr als geringfügig beschäftigt.
  • Bei einem Job im Niedriglohnsektor darf man als Student bis zu 850 Euro monatlich verdienen. Hier fallen Steuern an, die man sich allerdings zurückholen kann, wenn das Jahreseinkommen unter 8.652 Euro bleibt. In diesen so genannten Mini-Jobs bleiben Studenten nur versicherungsfrei, wenn sie mehr Zeit in ihr Studium als in die Tätigkeit selbst investieren - der „Studentenstatus“ muss überwiegen. Man darf also maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten, Ausnahmen sind Wochenend- oder Nachtzeiten. Wichtig ist nur, dass die Arbeit dem Studium untergeordnet bleibt.
  • In einem Semesterferienjob dürfen Studenten weit mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Bei hohem Verdienst fallen natürlich auch Steuern an, die man aber im folgenden Jahr über die Steuererklärung zurück erlangen kann. Unabhängig von der Einkommenshöhe müssen bei diesem Beschäftigungsverhältnis keine Sozialversicherungsbeiträge geleistet werden. Während eines Ferienjobs sind Studenten also sozialversicherungsfrei - vorausgesetzt, es handelt sich um eine kurzfristige Beschäftigung. Die Tätigkeit muss ausschließlich auf die vorlesungsfreie Zeit beschränkt sein und darf eine Dauer von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen nicht überschreiten.

Unabhängig von der Beschäftigungsform gelten für alle Studentenjobs die gleichen gesetzlichen Regelungen wie für alle Arbeitnehmer. Dazu gehören die Zahlung des Mindestlohns, der Anspruch auf bezahlten, anteiligen Urlaub sowie die Einhaltung von Kündigungsfristen.

Jobben mit Krankenversicherung - ein Muss

Wie alle Bürger Deutschlands unterliegen auch Studenten der Versicherungspflicht. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist man bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Eltern kostenlos mitversichert. Wird allerdings die Einkommensgrenze von 450 Euro überschritten, muss man sich selbst versichern. Und das kann für einen Studenten ziemlich teuer werden. Ferienjobs sind von dieser Regelung ausgeschlossen, da man hier kein regelmäßiges Einkommen erhält. Wer während des Studiums durchgehend jobben möchte, sollte sich deshalb vorab bei der Krankenkasse der Eltern erkundigen, wie viel man verdienen darf.

Als privat versicherter Student ist die Höhe des Einkommens nicht entscheidend. Um die Beiträge der Sozialversicherungen zu umgehen, darf man nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten - Ferienjobs nicht inbegriffen.

Kindergeld trotz eigenem Gehalt

Wenn Sie sich in der Erstausbildung befinden gibt es keine Einkommensgrenze - das Kindergeld wird Ihnen bzw. Ihren Eltern also unabhängig vom Gehalt des Nebenjobs gezahlt. Ausnahmen sind Studenten, die bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Dazu zählen auch Masterstudenten. Diese erhalten nur Kindergeld, wenn sie nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten oder einen Minijob ausüben.

Steuern oder nicht?

Wer mit seinem Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von aktuell 8.652 Euro bleibt, ist steuerfrei. Monatlich wären das 721 Euro. Verdienen Sie zwischen 450 und 721 Euro, so zahlen Sie vorerst Steuern, die Sie sich am Jahresende beim Finanzamt zurückholen können. Der Steuerfreibetrag ändert sich Jahr für Jahr und gilt nur für Studenten ohne Kind und Ehepartner. Trinkgelder und Bafög-Zahlungen werden nicht aufgerechnet und sind somit steuerfrei.

Nebenjob und Bafög

Die Höhe der Bafög-Förderung hängt vom jeweiligen Einkommen ab. Der Satz ändert sich jedoch erst ab einem Gehalt von mehr als 4.880 Euro brutto innerhalb des Bafög-Bewilligungszeitraums.

Woher der Nebenjob?

Gesetzliche Regelungen schön und gut, doch wo finden Sie einen passenden Studentenjob? Häufig werden Aushilfstätigkeiten auf dem „Schwarzen Brett“ der Hochschule oder auf deren Website ausgeschrieben. Bei der Agentur für Arbeit gibt es eine Jobvermittlung speziell für Studenten und auch viele Internetportale wie das Stellenwerk bieten eine kostenlose Suche nach Stellenangeboten. Zudem kann es hilfreich sein, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören. Vielleicht haben Sie ja einen Kommilitonen oder einen Verwandten, dessen Firma Unterstützung sucht.

Die lukrativsten Jobs

Neben den Klassikern wie Kellnern, Babysitten oder Nachhilfeunterricht gibt es mittlerweile unzählige Möglichkeiten, als Student Geld zu verdienen. In einer großen Stadt lohnt es sich auf einer Messe zu arbeiten oder als Promoter Flyer zu verteilen. Sprachbegabte können als Übersetzer erste Versuche wagen oder im Call-Center den Umgang mit Menschen perfektionieren. Aushilfsjobs im Industriebetrieb sind besonders für angehende Ingenieure eine gute Gelegenheit, um erste Berufserfahrung zu sammeln. Wer eine Karriere an der Uni anstrebt, sollte sich um einen HiWi-Job bewerben - also eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeite. Für Leute, die erste Einblicke in ihr späteres Berufsleben erhalten wollen, eignen sich Aushilfstätigkeiten im Büro, so zum Beispiel in einer Redaktion, Verwaltung oder Bibliothek. Studenten, die mit ihrem Nebenjob noch keinen ersten Schritt in ihre berufliche Zukunft gehen wollen, können als Komparsen arbeiten oder als Aushilfe an der Tankstelle. Auch Gärtnerhelfer oder Zeitungsausträger werden immer gesucht.

Bei der Suche nach einem Nebenjob während des Studiums müssen Sie vieles beachten. Denn nur wer seine Rechte und Pflichten kennt, kann guten Gewissens Geld verdienen und dabei das beste aus dem Studentenjob heraus holen. Also: Einkommensteuererklärung nicht vergessen! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem geeigneten Nebenjob und viel Vergnügen mit dem selbst verdienten Geld.